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Es ist so weit, dass die Kanzlerin Angela Merkel von allen Seiten in die Schusslinie kommt. Lange genug wurde sie von der Presse in den Himmel gehoben. Jetzt hört das Handelsblatt mit der Kritik an ihr gar nicht mehr auf. So heißt es zum Beispiel: "Je länger Merkel zögert, desto höher ist die Rechnung". Oder: "Die Rücksicht auf deutsche Befindlichkeit macht die Hilfe für Griechenland sehr teuer." Merkels ständiges Zögern und Zaudern noch vor der NRW-Wahl, die Bürger von der tatsächlichen Lage offen zu unterrichten, hat den Euro-Spekulanten Milliarden gebracht und wird dem deutschen Steuerzahler vermutlich Milliarden kosten. "Was nun, Frau Merkel?", fragt sogar der Münchner Merkur (14.5.) sehr kritisch. Und am gleichen Tag schreibt das Handelsblatt "Angela Merkel verwirrt die europäischen Partner".
Jetzt mosert und klagt sogar das CSU-Kabinett. Die Abendzeitung bringt die Schlag-zeile "Merkel gegen Westerwelle und die CSU gegen Merkel" (14.5.) Die Bildzeitung bringt in großen Lettern: "CDU-Männer mucken gegen die Kanzlerin auf". Selbst CDU-Ministerpräsidenten kritisieren ihre eigene Kanzlerin immer schärfer. Dazu ge-hören auch die Herren Koch und Mappus. Und selbst der große Verlierer Rüttgers nörgelt gegen sie.
Was ist das für eine Kanzlerin, die nicht führt, sondern sich ständig treiben lässt und von Wirtschafts- wie Gewerkschaftsbossen gleichermaßen attackiert wird.
Schon ein halbes Jahr nach dem Ende der großen Koalition wissen alle, die es wis-sen wollen: Merkel hat vier Jahre lang gut gelebt von den starken SPD-Ministern - von Peer Steinbrück, dem personifizierten Krisenmanager, von Frank-Walter Stein-meier, dem beliebten Außenminister, von Sigmar Gabriel, dem erfolgreichen Um-weltminister, von Olf Scholz, dem kompetenten Arbeitsminister. Jetzt fehlen der Kanzlerin diese vier Säulen im Kabinett, auf die sie sich vertrauensvoll stützen konn-te. Auf sich selbst angewiesen, zeigt sich ihre eklatante Führungsschwäche. Wie lange muss Deutschland mit dieser schwachen Regierungstruppe noch leben?
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